Zufallsstichprobe versus Quotenauswahl in der Markt- und Meinungsforschungsindustrie

Screenshot from 2017-11-04 11:19:18

Während Statistiken und Umfragen in der medialen Wahrnehmung lange Zeit als bare Münze dargestellt und unkritisch verbreitet wurden, so scheint sich dies in letzter Zeit in das komplette Gegenteil umzukehren. Daten und Umfragen büßten massiv an Glaubwürdigkeit ein und das Zitat ,,Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast” gilt bereits als Standardmeinung in sämtlichen Online-Foren.

Abseits der Medien jedoch insbesondere in der akademischen Literatur reicht die Kritik an Umfragen schon sehr weit zurück. Der amerikanische Journalist Walter Lippmann etwa verwarf bereits im Jahre 1927 in seinem berühmten Werk The Phantom Public (2011) das Konzept der öffentlichen Meinung, da er eine zu große Diskrepanz zwischen der Komplexität der politischen und sozialen Realitäten und der einfachen Gestricktheit der Durchschnittsbürger sah. Neben einigen qualitativen Kritikpunkten steht in der akademischen Literatur eine Reihe von methodologischen und praktischen Herausforderungen zur Debatte.